Erkrankungen des Harnsystems

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Anatomie des weiblichen Harnwegsystems

Anatomie des weiblichen Harnwegsystems

Die weibliche Harnblase liegt vor der Scheide und unterhalb der Gebärmutter. Das Harnwegsystem filtriert das Blut, um mit dem Harn, der durch die Harnröhre fließt, Abfallprodukte des Stoffwechsel auszuscheiden. Bei der Frau endet die aus dem kleinen Becken kommende Harnröhre (Urethra) an der äußeren Harnröhrenöffnung." Nieren

System: Harnwegs

Region: Abdomen, Pelvis

Erkrankungen: Chronische Nierenerkrankung, Diabetes insipidus, Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2, Interstitielle Zystitis, Nierenzysten, Nierenversagen, Nierensteine, Hyperaktive Blase, Rheumatoide Arthritis, Harninkontinenz, Harnwegsinfekte, Wilms-Tumor

Anatomie des männlichen Harnwegsystems

Anatomie des männlichen Harnwegsystems

Die männliche Harnblase liegt vor dem Mastdarm und oberhalb der Prostata. Das Harnwegsystem filtriert das Blut, um mit dem Harn, der durch die Harnröhre (Urethra) fließt, Abfallprodukte des Stoffwechsel auszuscheiden. Beim Mann verläuft die Harnröhre durch die Vorsteherdrüse (Prostata) und den Penis.

System: Harnwegs

Region: Abdomen, Pelvis

Erkrankungen: Chronische Nierenerkrankung, Diabetes insipidus, Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2, Interstitielle Zystitis, Nierenzysten, Nierenversagen, Nierensteine, Hyperaktive Blase, Rheumatoide Arthritis, Harninkontinenz, Harnwegsinfekte, Wilms-Tumor

Niere

Niere

Ren

Die bohnenförmigen Nieren liegen auf der Rückseite der Bauchhöhle hinter dem Peritoneum. Da die rechte Niere Raum für die Leber lassen muss, liegt sie etwas tiefer als die linke Niere. Die Nieren bestehen aus einer heller gefärbten äußeren Rinde, innen aus dunklerem Mark mit den dort hineinragenden Nieren- oder Markpyramiden und einer trichterförmigen Struktur, die als Nierenbecken bezeichnet wird. Hier das Ganze in 3D!

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Funktion: Die Nieren filtrieren das (aus den Nierenarterien stammende) Blut, um unerwünschte Stoffe zu entfernen. Außerdem scheiden sie im Urin Abfallprodukte aus.

Erkrankungen: Chronische Nierenerkrankung, Diabetes insipidus, Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2, Nierenzysten, Nierenversagen, Nierensteine, Rheumatoide Arthritis, Harnwegsinfekte, Wilms-Tumor

Nierenarterie

Nierenarterie

Arteria renalis

Die Nierenarterien sind breite Gefäßstämme, die direkt kaudal der A. mesenterica superior zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel seitlich der Bauchaorta entspringen.

System: Kreislauf

Region: Abdomen

Funktion: Das Blut tritt über die Nierenarterien in die Nieren ein. Diese Arterien zweigen sich in winzige Kapillaren auf, die in Wechselwirkung mit den Harnstrukturen in den Nieren (d. h. mit den Nephronen) stehen.

Erkrankungen: Aortenaneurysma, Arteriovenöse Fehlbildungen, Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2

Nierenvene (Vena renalis)

Nierenvene (Vena renalis)

Vena renalis

Diese großen Gefäße verlaufen ventral der Nierenvenen, wobei sie sich bei Eintritt in die Nieren in je einen ventralen und dorsalen Ast gabeln.

System: Kreislauf

Region: Abdomen

Funktion: Die Nierenvenen rechts und links des Bauchraumes sammeln das Blut aus den Nieren.

Erkrankungen: Arteriovenöse Fehlbildungen, Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2

Nierenkapsel

Nierenkapsel

Capsula fibrosa renis

Drei Gewebeschichten umhüllen und stützen jede Niere: Nierenkapsel, Fettkapsel und Nierenfaszie.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Funktion: Die durchsichtige Nierenkapsel ist die innerste Schicht; sie besteht aus fibrösem Bindegewebe, das die Niere vor Verletzungen und Infektion schützt und zu ihrer Form beiträgt.

Nierenbucht

Nierenbucht

Sinus renalis

Die hinter dem Nierenhilus liegende Nierenbucht ist der zentrale Hohlraum innerhalb der Niere. Die Nierenbucht enthält das Nierenbecken, die Nierenkelche, Blutgefäße, Nerven und Fettgewebe.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Bertini-Säulen

Bertini-Säulen

Columnae renales

Die weiche kernige Nierenrinde umschließt die Basis der Nierenpyramiden, taucht zwischen ihnen ein und bildet so die Bertini-Säulen.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Funktion: Durch diese aus Blutgefäßen, Nierentubuli und fibrösem Bindegewebe bestehenden Säulen wird die Nierenrinde besser verankert.

Nierenpyramiden

Nierenpyramiden

Pyramides renales

Bei den Nierenpyramiden (r, l) handelt es sich um eine Reihe kegelförmiger Gebilde innerhalb des Nierenmarks (r, l). Den größten Anteil an den Nierenpyramiden haben die Nephrone, jene für die Filtration des Blutes und die Harnbildung verantwortlichen Strukturen im Harntrakt.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Nephrone

Nephrone

Nephroneum

Jede Niere enthält mehr als 1 Million dieser kleinen Strukturen, die als Nephron bezeichnet werden. Die Nephrone liegen teilweise in der Nierenrinde und teilweise in den Nierenpyramiden, wobei die Nephronröhrchen den gewebemäßig größten Anteil an den Nierenpyramiden stellen.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Funktion: Die Nephrone leisten die Hauptaufgabe der Nieren: Regulierung des Wasserhaushalts und der Konzentration anderer Stoffe im Körper. Sie filtrieren das Blut, rückresorbieren das, was der Körper noch benötigt, und scheiden den Rest als Harn aus.

Glomerulus

Glomerulus

Glomerulus renalis

Jedes Nephron besitzt einen Glomerulus, der das Blut filtriert. Der Glomerulus besteht aus einem Netzwerk von Kapillaren und ist von einer becherförmigen Struktur umgeben, der Bowman-Kapsel.

System: Harnwegs, Kreislauf

Region: Abdomen

Funktion: Während das Blut durch den Glomerulus fließt, presst der Blutdruck Wasser und gelöste Stoffe aus den Kapillaren durch eine Filtrationsmembran in die Kapsel. Mit dieser glomerulären Filtration beginnt die eigentliche Harnbildung.

Nierentubuli

Nierentubuli

Tubuli renales

Wenn das Filtrat den Glomerulus verlässt, tritt es in einen Gang des Nephrons ein, der als Nephronröhrchen bezeichnet wird. Während das Filtrat weiterfließt, werden die benötigten Stoffe und ein Teil des Wassers durch die Wand des Röhrchens in die benachbarten Kapillaren rückresorbiert. Diese Rückresorption lebenswichtiger Nährstoffe aus dem Filtrat ist der zweite Schritt bei der Urinproduktion.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Sammelrohr

Sammelrohr

Tubulus renalis colligens

Jedes Sammelrohr nimmt das Filtrat mehrerer Nephronen auf; mehrere dieser Sammelrohre vereinigen sich nahe dem Nierenbecken und geben den Urin über die Papillen der Nierenpyramiden in die kleinen Nierenkelche ab. Das in die Sammelrohre gelangte Filtrat wird als Urin bezeichnet.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Filtration

Filtration

Das aus den Ästen der Nierenarterie kommende Blut wird von den Nephronen in den Nierenpyramiden filtriert. Während das Blut den Glomerulus durchströmt, wird es durch den Blutdruck gegen eine Schicht spezieller Zellen gepresst, welche die Kapillaren umhüllen. Diese Zellschicht hält die Blutzellen und Eiweiße zurück, lässt jedoch Abbauprodukte und Wasser durch den Glomerulus in die Bowmann-Kapsel durchtreten. Anschließend fließt das Filtrat in das proximale Konvolut (Pars convoluta des proximalen Tubulus).

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Rückresorption

Rückresorption

Während das Filtrat aus der Bowman-Kapsel austritt und den renalen Tubulus durchläuft, werden Substanzen wie Wasser, essenzielle Ionen, Glukose, Aminosäuren und Proteine durch Zellen in der Tubuluswand rückresorbiert.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Sekretion

Sekretion

Das im Glomerulus resorbierte Filtrat durchströmt die Nierenröhrchen, wo Nährstoffe und Wasser in die Kapillaren rückresorbiert werden. Gleichzeitig gelangen Abfallprodukt- und Wasserstoffionen aus den Kapillaren in die Nierenröhrchen.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Zusammensetzung des Urins

Urine composition

Harn besteht zu 95 % aus Wasser und zu 5 % aus Abfallprodukten. Harnstoff, Kreatinin, Ammoniak und Harnsäure zählen zu den stickstoffhaltigen Abfallprodukten, die über den Urin ausgeschieden werden. Ionen wie Natrium, Kalium, Wasserstoff und Kalzium werden ebenfalls ausgeschieden..

System: Harnwegs

Region: Abdomen, Pelvis

Nierenkelche

Nierenkelche

Calices renales minores, calices renales majores

Bevor er durch das Nierenbecken strömt, fließt der Urin durch die kleinen und großen Nierenkelche, die als tassenförmige Strukturen die Nierenpapillen umgeben. An der Spitze der Nierenpyramiden gelangt der Harn durch eine Nierenpapille in einen der kleinen Nierenkelche, von denen sich mehrere jeweils zu einem großen Nierenkelch vereinigen. Aus den großen Nierenkelchen strömt der Harn in das Nierenbecken.

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Nierenbecken

Nierenbecken

Pelvis renalis

Das trichterförmige Nierenbecken (r, l) entspringt dem Inneren der Niere, ragt jedoch daraus hervor und mündet in den Harnleiter (r, l).

System: Harnwegs

Region: Abdomen

Funktion: Das Nierenbecken ist Teil des Harntraktes und dient als Ausscheidungskanal der Niere, d. h. es leitet den Urin aus den Nieren in die Harnleiter.

Ureteren (Harnleiter)en (Harnleiter)

Ureter

Der Harn fließt aus dem Nierenbecken in den jeweiligen Harnleiter. Bei den Harnleitern handelt es sich um lange dünne Gänge aus glatter Muskulatur. Die Harnleiter des Erwachsenen sind 25-30 cm lang, d. h. etwa so lang wie ein großes Lineal.

System: Harnwegs

Region: Abdomen, Pelvis

Funktion: Die Kontraktionen der glatten Muskulatur drücken den Urin durch die Harnleiter in die Harnblase.

Erkrankungen: Harnwegsinfekte

Harnblase

Harnblase

Vesica urinaria

Der Urin strömt durch die Harnleiter in die Harnblase. Die Harnblase ist ein ungewöhnlich elastischer muskulomembranöser Sack, der den Urin speichert. Im leeren Zustand hat die Harnblase die Form einer Pyramide. Während sie sich mit Harn füllt und an Größe zunimmt, wird sie eher oval. Die Harnblase ist von glatter Muskulatur, dem so genannten Detrusormuskel, umhüllt und weist auf der Innenwand eine Schleimhautfältelung auf, die Rugae. Diese Strukturen geben der Harnblase ihre Elastizität und ermöglichen die Größenzunahme. Hier das Ganze in 3D!

System: Harnwegs

Region: Pelvis

Erkrankungen: Interstitielle Zystitis, Nierensteine, Hyperaktive Blase, Harninkontinenz, Harnwegsinfekte

Detrusormuskel

Detrusormuskel

Musculus detrusor vesicae urinariae

Bei etwa 200 ml Urin beginnt sich der Detrusormuskel zu kontrahieren und der innere Harnröhrenschließmuskel zu erschlaffen. Dadurch werden Signale an das Nervensystem geschickt, die den Drang („Urge“) zur Blasenentleerung auslösen. Wird der Drang ignoriert, ist möglicherweise die Kontinenz gefährdet. Bei einem Volumen von etwa 500 ml erzwingen die Kontraktionen des Detrusormuskels die Erschlaffung des inneren Harnröhrenschließmuskels. Sofern der äußere Harnröhrenschließmuskel nicht kräftig genug ist, dem Druck durch den Urin zu widerstehen, kommt es zur unwillkürlichen Blasenentleerung (Miktion).

System: Muskel, Harnwegs

Region: Pelvis

Innerer Blasenschließmuskel

Innerer Blasenschließmuskel

Musculus sphincter urethrae internus

Der innere Harnröhrenschließmuskel unterliegt der unwillkürlichen Kontrolle. Er umschließt die Blasenmündung in die Harnröhre und lässt im erschlafften Zustand Urin durchfließen.

System: Muskel, Harnwegs

Region: Pelvis

Äußerer Blasenschließmuskel

Äußerer Blasenschließmuskel

Musculus sphincter urethrae externus

Der äußere Harnröhrenschließmuskel unterliegt der willkürlichen Kontrolle. Er umschließt die Harnröhre außerhalb der Harnblase und muss erschlaffen, damit es zur Blasenentleerung kommt.

System: Muskel, Harnwegs

Region: Pelvis

Miktionsreflex

Miktionsreflex

Unter der Harnblasenentleerung oder Miktion wird der Vorgang verstanden, bei dem die Harnblase entleert wird. Sobald die Harnblase mit Urin gefüllt ist, lösen Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand den Entleerungsreflex aus. Der die Harnblase umhüllende Detrusormuskel kontrahiert sich. Der innere Harnröhrenschließmuskel erschlafft, so dass Urin aus der Harnblase in die Harnröhre strömen kann. Beide Reaktionen laufen unwillkürlich ab. Der äußere Harnröhrenschließmuskel unterliegt der willkürlichen Kontrolle. Er muss erschlaffen, damit Urin durch die Harnröhre nach außen strömen kann.

System: Muskel, Nerven, Harnwegs

Region: Pelvis

Harnröhre (Frau)

Harnröhre (Frau)

Urethra

Die weibliche Harnröhre ist schmal, hat eine Länge von etwa 4 cm und ist damit deutlich kürzer als beim Mann. Sie erstreckt sich vom Blasenhals bis zur äußeren Harnröhrenmündung im Scheidenvorhof.

System: Harnwegs

Region: Pelvis

Funktion: Der in den Nieren gebildete Urin strömt durch die Harnleiter, sammelt sich in der Harnblase und wird dann über die Harnröhre ausgeschieden.

Erkrankungen: Harnwegsinfekte

Harnröhre (Mann)

Harnröhre (Mann)

Urethra

Die männliche Harnröhre hat eine Länge von etwa 17,5-20 cm und ist damit vier- bis fünfmal so lang wie die der Frau. Die Harnröhre des Mannes untergliedert sich in drei Abschnitte: Pars prostatica (der breiteste Abschnitt), Pars membranacea (der schmalste Abschnitt) und Pars spongiosa (der längste Abschnitt). Sie erstreckt sich vom Blasenhals durch die Prostata und den Penis bis zur äußeren Harnröhrenmündung. Hier das Ganze in 3D!

System: Harnwegs

Region: Pelvis

Funktion: Beim Mann verlassen sowohl der Urin als auch der Samen den Körper durch die Harnröhre.

Erkrankungen: Harnwegsinfekte